|
Nachbars wilde Blumenwiese, so schön sie auch sein mag, war der
unerschöpfliche Quell von Unkrautsamen, der meinen schönen Blumenbeeten zusetzte
und mir das Leben schwer machte.
Der gute Humusboden und mein tägliches Wässern freute nicht nur
meine geliebten Blumen und Stauden, auch das Unkraut schien unaufhaltsam zu
wachsen.Ich erkundigte mich im Internet, beim Garten- und Landschaftsbauer
meines Vertrauens, nach Spritzmitteln usw. Die chemische Keule war eher zuwider,
schließlich will ich nicht nur Bio essen, sondern auch Bio leben. Die
Naturmittelchen halfen aber alle nicht.
Dann aber habe ich mich entschlossen, den Garten, vor allem aber
die Beete ein wenig umzubauen.
Zu den Rasenflächen hin erhöhte ich die Randbegrenzung durch
Porphyr Bindersteine, die ich auf einer Trockenmörtelbettung verklebte und
sauber mit Pflasterfugenmörtel ausfugte. An den Grundstückgrenzen, dort wo die
Beete durch einen Zaun von den Nachbargrundstücken getrennt sind, befestigte ich
Zinkbleche, die ich mir von einem örtlichen Bedachungsfachhandel kanten ließ. So
wurden die Beete alle um rund 12 cm angehoben.
Dann entfernte ich sämtliches Unkraut per Hand aus den Beeten;
eine Mordsarbeit.
Rindenmulch besorgte ich mir per LKW bei einem nahe gelegenen
speziellen Humushersteller. Das war viel viel preiswerter, als der Rindenmulch
im Baumarkt und ich konnte noch zwischen verschiedenen Körnungen und
Rindensorten wählen.
Dann füllte ich die Bette, wirklich 15 cm hoch auf, wobei ich die
Stauden vorsichtig wieder freilegte. Die stellen, wo Blumenzwiebel hatte ich mir
ebenfalls vorher markiert und sparte auch dort ein wenig, was sich im Nachhinein
als unnötig erwiesen hat. Denn ich hatte zwei Stellen vergessen und die Blumen
kamen trotzdem.
Nach dem ersten Jahr bin ich vollauf zufrieden. Vereinzelt kamen
noch ein paar Unkrautpflänzchen durch, die ich aber mit einem einfachen
Spargelstechmesser problemlos entfernen konnte. Einfach Klasse. Wichtig nur, der
Rindenmulch muss wirklich sehr dick aufgetragen werden.
Meine Blumen haben mir es ebenfalls gedankt, wahrscheinlich durch
die Fähigkeit des Mulches Wasser zu speichern, blühten sie in diesem Jahr zu
schön und kräftig wie noch nie.
Jetzt im Herbst lasse ich mir nochmal einen LKW kommen und werde
nochmals auffüllen, da sich der Mulch doch sehr gesetzt hat.
Wenn ich dieses Jahr mit letztem vergleiche, stelle ich fest, dass
ich höchstens ein mehr als 3/4 der Zeit für die Beseitigung des Wildwuches
gespart habe. Die investiere ich jetzt in meine Hängematte und dem Genuß am
Garten.
Foto: Pixelio/Erich Kasten
|