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Stundenlang wälzt man Prospekte. Wie soll denn nun die neue Terrasse aussehen?
Alles soll schließlich passen. Die Optik an erster Stelle. Pflegeleicht soll
sie sein und der Geldbeutel soll nicht all zu sehr belastet werden.
Dann endlich hat man sein Bild im Kopf. So soll sie aussehen, das Prunkstück
des Gartens, die Insel der Entspannung, der Partyraum unter freiem Himmel.
Multifunktionalität auf eigenem Grund und Boden.
Dann stellt sich nur noch die Frage: Wer machts ?
Der Garten- und Landschaftsbauer aus dem Ort, der bei den Nachbarn doch
eigentlich gut gearbeitet hat? Oder der Alleskönner aus dem europäischen
Nachbarstaat, der bei Müllers für 5,50 Euro die Stunde auch noch die Küche
tapeziert hat? Oder vielleicht doch alles in Eigenleistung?
Fakt ist:
Das Bild, das wir uns in wochenlanger Überlegung im Kopf zurechtgebastelt
haben, muss sich auch technisch umsetzen lassen. Und das ist nicht immer so
einfach wie wir uns das vorstellen oder mancher Prospekt von Industrie und
Handel uns das glaubhaft machen will. Denn schließlich wollen wir uns viele
Jahre über unsere neue Terrasse freuen.
Also:
Wenns der Geldbeutel hergibt, vom versierten Fachmann, dem Garten- und
Landschaftsbauer umfassend beraten lassen. Und vielleicht kommt die ein oder
andere gute Idee für eine noch perfektere Terrasse hinzu.
Wenns der Geldbeutel nicht hergibt, nicht verzagen. Aber auch nicht den
osteuropäischen Alleskönner anheuern. Es ist nicht so, dass diese Leute nicht
auch unter Umständen gute Arbeit abliefern würden, aber sind wir denn solche
Egomanen, dass wir auf der einen Seite Schwarzarbeit fördern und auf der anderen
Seite eine bessere Ausbildung für unsere Kinder fordern, die von Steuergeldern
finanziert werden soll? Da sollte man mal drüber nachdenken!
Wenns der Geldbeutel nicht hergibt: dann sollte man es besser selbst machen.
Hat auch den Vorteil: wenn etwas schief läuft, braucht man die Schuld nicht bei
anderen zu suchen.
Aber soviel kann nicht schief laufen, wenn man ein ein paar Tipps &
Tricks beachtet.
Der Standort der Terrasse wir meist durch die Hausgeometrie
und die Himmelsrichtung vorgeben. Schattenecken werden später eher weniger
genutzt als Sonnenecken. Daher den Sonnenverlauf bei der Planung und
Dimensionierung der Terrasse berücksichtigen.
Vermieden werden sollen Gestaltungen mit unnötige Ecken,
Aufkantungen, Vorsprünge. Die Gestaltung sollte einfach ohne unnötige Schnörkel
sein. Das macht nicht nur die technische Ausführung einfacher, sondern ist auch
zeitloser.
Beim Belagsmaterial stehen verschiedenste Baustoffe zur
Verfügung in undenkbar vielen Farben und Formen. Denken sie bei der Auswahl an
folgende Punkte:
Langlebigkeit: vor allem auch hinsichtlich der Farbe. Holz
ergraut, Betonstein wird matter.
Verschmutzungsneigung: je heller der Belag, umso
pflegeintensiver. Je saugfähiger, umso schneller ist er nachhaltig verschmutzt.
Rutschsicherheit: eine Terrasse sollte auch bei Regen nicht
zur Rutschbahn mutieren.
Qualität: Die 2,5 cm Natursteinplatte aus dem Baumarkt, mag
gut aussehen, ist aber hinsichtlich Verlegung und Dauerhaftigkeit eine
Katastrophe.
Kompromisse vermeiden: lieber ein Jahr länger sparen, als auf das falsche
Material zu setzen!
Sind die Würfel gefallen muss noch die Zusatztechnik
eingeplant werden. Elektrozuleitungen für Licht und Steckdosen, evtl. Abflüsse
oder Einläufe für Regenwasser, Frischwasserzuleitungen oder auch TV/Sat
Anschlüsse, denn die nächste Fußballweltmeisterschaft kommt ganz bestimmt.
Bei der Verlegetechnik gilt ein Grundsatz. Je fester
(standfester) der Unterbau, umso haltbarer der Oberbau. Gerade bei Neubauten
werden Arbeitsräume nicht richtig verfüllt und verdichtet. Ein jahreslanges
Nachsacken der Erde ist die Folge. Im Terrassenbereich führt dies zu
Rissbildungen und Absenkungen. Daher vor Baubeginn sorgfältig prüfen und im
Zweifelsfall einen Fachmann beauftragen. Wenn eine Betonunterkonstruktion
unabdingbar ist, immer an die entsprechende Anbindung zum Haus (Moniereisen),
ausreichendes Gefälle vom Haus weg und an mindestens 12 cm Bauhöhe des
Oberbelags denken (stark wasserdurchlässige Bettung und Materialstärke des
Belages).
Liegen z.B. Kellerräume unter der zukünftigen Terrasse, was nicht selten
vorkommt, muss die Geschoßdecke fachgerecht – mit Gefälle – abgedichtet werden.
Abdichtungen des Kellers müssen oft nach oben verlängert werden
damit sie später über der Belagsobergrenze rausschauen. Sonst kann bei
Schlagregen das Wasser hinter die Bitumenabdichtung laufen und die Kellerwände
werden feucht.
Zuerst also die Arbeiten am Haus ausführen, dann die Zusatztechnik verbauen,
anschließend den Unterbau ausführen. Merken soll man sich Bauwerksübergänge,
z.B. das überbaute Kellergeschoß ist kleiner als die spätere Terrasse. Im
Bereich von Bauwerksübergängen sind später, bei der Verfugung, dauerelastische
PU-Fugen einzuplanen und zu verbauen. Dies gilt im übrigen auch für die Bereiche
in den die Terrasse an das Haus anschließt oder an Treppenkonstruktionen
angrenzt.
Die Bettung des Belagmaterials sollte hoch wasserdurchlässig
sein, damit Rissbildungen und Frostschäden vermieden werden. Es muss zusätzlich
gewährleistet sein, dass das Wasser auch in den Randbereichen der Terrasse
sachgemäß (Kanal, Versicherung etc.) abgeführt wird. Bei Plattenware wird die
Bettung vor Verlegung des Obermaterials sauber höhengerecht abgezogen und die
Platten darin verlegt. Am besten mittels Haftschlämme oder Fliesenkleber auf der
Bettung verkleben. Die Bettung eines Betonsteinpflaster wird gleich ausgeführt,
wobei sich eine Verklebung aufgrund des hohen Materialgewichts erübrigt. Beim
Natursteinpflaster wird die Bettung nur im eigenen Arbeitsbereich vorgelegt und
abgezogen und anschließend die einzelnen Pflastersteine höhengerecht
eingeschlagen. Achtung: bei Verwendung zementärer Bettungsmaterialen darf das
Obermaterial nicht mehr abgerüttelt werden!!!!!
Vor der eigentlichen Verlegung des Obermaterials muss man sich noch Gedanken
über die Fugen machen!!!!! Ganz ganz wichtig und oft vergessen.
Knirsch, dass heißt Stein an Stein, kann ich einen Belag nicht verlegen. Eine
Terrasse bewegt sich, es würde z.b. bei gerade geschnitten Steinen zu
Flankenschäden kommen. Daher finden sich, zum Beispiel beim Betonsteinpflaster,
die sogenannten Phasen. Selbst wenn Steine knirsch verlegt werden, hat man immer
noch eine Fuge und sei sie noch so klein bzw. schmal. Dort setzen sich humine
Stoffe ab, die durch Regen dort eingespült werden, zusammen mit Gras- und
Unkrautsamen. Wer keine Lust hat, später auf der Terrasse mit Hausmittelchen
oder Schabeisen, Hochdruckreiniger oder mittels Zupfen, Gras und Unkraut zu
beseitigen, der plant vorab die richtige Fugendimension mit ein. Wenn bei
Betonwerksteinen keine Abstandhalter angeformt sind, muß man sich mit
Kunststoffabstandhaltern behelfen. Fugendimensionen von 3 besser 5 bis 8 mm
sollten eingehalten werden.
Ist der Oberbelag verlegt, wird vor der Fugenfüllung die Fläche komplett
abgereingt.
Beim Fugenmaterial kann man sich entscheiden zwischen verschiedenen
Brechsanden, Zementmörteln oder Kunstharzmörteln. Im Bereich von Arbeitsfugen,
Bauwerksfugen oder Anschlussfugen sind dauerelastische Fugenmaterialien zu
verwenden. Aber bitte kein Silikon sondern PU-Materialien.
Mit Zementmörtel werden die Fugen wasserdicht verschlossen.
Aber bitte nicht selbst Sand und Zement mischen und in die Fugen schmieren.
Diese Fugen sind in der Regel von kurzer Lebensdauer oder der Stein ist für den
Rest seiner Tage versaut.
Kunstharzverfugungen jedweder Colour sind wasserdurchlässig.
Sie sind einfach und schnell, aber vor allem mit wenig Nachreinigungsaufwand zu
verarbeiten und sehr langlebig. Dafür aber auch meist entsprechend teurer als
zementäre Fugsysteme.
Die Verfugung mit Brechsanden ist einfach und die
preiswerteste Variante. Aber auf kurz oder lang muss man sich ans Unkrautzupfen
und Nachfugen gewöhnen.
Welches System das beste ist? Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten.
Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wirklich gut gemachte
Planungshilfe habe ich unter http://www.gftk-info.de/pages/produkte/beratung.html
gefunden.
So! Jetzt die Terrasse machen lassen oder selber machen! Egal wie und dann
viel Spaß beim Entspannen auf der neuen Terrasse.
Foto: Pixelio/Michael Baudy/lunad
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